Seit 1415 sind Bestattungen in der Petrikirche belegt. Die Gruft wurde 1560 angelegt und im Jahre 1587 erweitert. Bis zum Jahre 1635 wurden Mitglieder der herzoglichen Familie in der Gruft bestattet. 1688 wurden die Särge geplündert, später wurden sie durchsucht und umgestellt. Seit dem Jahre 2002 wurden die Särge umfassend restauriert, die Kosten trugen das Landesamt für Denkmalpflege, die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, die Evangelische Kirchengemeinde St. Petri, der Förderverein St. Petri Wolgast e.V. und Einzelspender. Die Restaurierung aller Sarkophage wurde im Jahre 2007 abgeschlossen, auch die Inhalte wurden den einzelnen Särgen wieder zugeordnet. Sie wurden im archäologischen Landesmuseum Schloss Wiligrad untersucht.

Seit April 2006 ist die frühere Taufkapelle, nun Greifenkapelle, Grabstätte (v.l.n.r.) der Herzöge Philipp I. (1515 - 1560) und seiner Gattin, Maria von Sachsen, Ernst Ludwig (1545 - 1592) und Philipp Julius (1584 - 1625), mit dem das Greifengeschlecht ausstarb.

 

Das Wolgaster Schloss der Pommernherzöge

Das Wolgaster Schloss war nach Stettin die wichtigste Residenz der Pommernherzöge.

Das Schloss war Sitz der Regierung des vorpommerschen Landesteils und eines der schönsten Schlösser der Renaissance in Norddeutschland. In seinen Ausmaßen war es mit dem Schweriner Schloss der benachbarten mecklenburgischen Herzöge vergleichbar. Am Wolgaster Schloss entfalteten die letzten Pommernherzöge eine nie gekannte Architektur- und Kunstblüte. Sie scharrten Gelehrte wie Thomas Kantzow, der die wegweisende Chronik von Pommern schrieb, Johannes Bugenhagen, enger Vertrauter Martin Luthers, und Jobst von Dewitz, hoher Diplomat und Vermittler zum sächsischen Herrscherhaus um sich. Im Wesentlichen prägten drei Generationen der Pommernherzöge, Philipp I. (1515-1560), Ernst Ludwig (1545-1592) und Philipp Julius (1584-1625), das Renaissanceaussehen der Anlage, wie es auf der Stralsunder Bilderhandschrift, der Lubinschen Karte und den vier Merianstichen wiedergegeben ist. Zwar wurde die ab 1625 verwaiste Anlage durch den Dreißigjährigen Krieg in Mitleidenschaft gezogen, doch wurde das Schloss, das ab 1648 zum Schwedischen Landesteil gehörte, in den 50er und 60er Jahren des 17. Jahrhundert instandgesetzt und diente durch das persönliche Engagement des schwedischen Generalsgouverneurs Carl Gustav Wrangel (1613-1676) als Verwaltungssitz für die Landesbehörden. Nach der brandenburgischen Belagerung von 1675 und dem Tod Wrangels, verlor Wolgast den Regierungssitz. Das stark beschädigte Schloss war nun endgültig verwaist und die Stadt Wolgast und ihre Bürger versuchten, der Insel vor der Haustür habhaft zu werden. Die letzten Ruinen wurden in den 1840er Jahren abgetragen.

Aus Sicht der Landesgeschichte, der Baudenkmalpflege, für die Stadt Wolgast und deren Besuchern ist der Verlust der Wolgaster Residenz der Pommernherzöge lebhaft zu bedauern. Obertägig erinnert an dessen Standort auf der namensgebenden Schlossinsel nichts mehr. Gleichwohl zeigte die 2008 durch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern durchgeführte Grabung, dass Fundamentreste noch im Boden schlummern und es konnten die Ausmaße der Kernanlage festgestellt werden.

Um das Schloss in Wolgast wieder erlebbar zu machen, soll es digital neu entstehen.

Perspektivisch soll das 3D-Modell Herzstück der neu zu gestaltenden Dauerausstellung im Wolgaster Museum sein. Der Anspruch ist, ein möglichst authentisches Modell des Schlosses zu entwickeln und sich dem historischen Bauensemble anzunähern.

 

Der Croÿ-Teppich

Der Croy-Teppich (Tapetum Concordiae) ist eine 6,80 Meter lange und 4,32 Meter hohe (nach anderer Quelle 6,90 m × 4,46 m messende) Bildwirkerei, die sich im Eigentum der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald befindet. Er gilt aufgrund seiner Größe, der Darstellung und der Qualität der Ausführung als ein einzigartiges kulturhistorisches Zeugnis aus der Zeit der Reformation.

Das Werk wurde 1554 von Herzog Philipp I. von Pommern in Auftrag gegeben und nach einem Entwurf aus der Cranach'schen Werkstatt von Peter Heymans, einem niederländischen Bildwirker, in Stettin angefertigt. Es wurde die Basselisse-Wirktechnik angewendet. Im Nachlassinventar von Philipp I. vom 25.2.1560 ist der monumentale Wandteppich unter dem Namen "Die Tauffe Christi mit den Sechsischen und Pommerischen Herrn auch der gelarten Konterfey, zu Stettin gemacht" aufgeführt. Eine aus ungeklärten Gründen aus dem Wandbehang herausgetrennte Taufszene wurde 1893 durch eine Inschriftenkartusche ersetzt.

Auf dem Teppich befindet sich eine Darstellung des pommerschen Herzogs Philipp I. mit seiner Ehefrau, Maria von Sachsen, und deren Familien (pommersches und kursächsisches Fürstenhaus) anlässlich ihrer Hochzeit 1536. Durch die Heirat Philipps mit Maria gab es fortan verwandtschaftliche Beziehungen zu den angesehenen kursächsischen Fürsten. Die erste evangelische Fürsteneheschließung Pommerns stellte zugleich ein konfessionelles Bekenntnis auf Herrschaftsebene dar.

Die Figuren sind rings unterhalb des predigenden Martin Luthers angeordnet. Außerdem finden sich im Hintergrund die Reformatoren Philipp Melanchthon und Johannes Bugenhagen.

Ernst Bogislaw von Croÿ, Sohn der Herzogin Anna von Pommern, schenkte die Tapisserei 1687 der Greifswalder Universität. Mit der Schenkung war die Auflage verbunden, sie alle zehn Jahre, zum Todestag der Herzogin Anna, im großen Hörsaal der Universität auszuhängen.

Während des 2. Weltkrieges war das Werk zunächst nach Lübeck, dann nach Celle ausgelagert worden, bevor es zum 500-jährigen Bestehen der Universität 1956 an den Ort seiner testamentarischen Bestimmung zurückgeführt wurde.

Seit 2005 befindet sich der Croÿ-Teppich als Leihgabe der Universität Greifswald im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald. Im Jahre 2014 wurde er in das Verzeichnis national wertvollen Kulturguts eingetragen.

Peter Heymans, Croy-Teppich, um 1554 - Pommersches Landesmuseum, Leihgabe Akademische Kunstsammlung Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Peter Heymans, Croy-Teppich um 1554, Pommersches Landesmuseum, Leihgabe Akademische Kunstsammlung Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

 

Das Wappen des Herzogtums Pommern

  (oben Mitte) Herzogtum Pommern

In Silber ein rechts gewandter aufrecht schreitender roter Greif.

(oben links) Herzogtum Stettin

In Blau ein links gewandter aufrecht schreitender gekrönter gold bewehrter roter Greif.
Das Herzogtum Pommern-Stettin wurde Anfang des 16. Jahrhunderts farblich vom Herzogtum Pommern abgegrenzt.

(oben rechts) Herzogtum Kassuben

In Gold ein rechts gewandter aufrecht schreitender schwarzer Greif.
Der ursprünglich auf das aus der Teilung von 1295 resultierende, alte Herzogtum Pommern-Wolgast bezogene Greif, wurde später dem Herzogtum Kassuben zugeordnet. Dieses bezeichnete wahrscheinlich den historischen, nicht mehr abgrenzbaren, Siedlungsraum der Kaschuben.
Dieses Wappen wurde ab dem 16. Jahrhundert auf die wieder erworbenen Lande Lauenburg und Bütow bezogen, die keine eigenen Landeswappen besaßen, obwohl die Herzöge gelegentlich den Titel „Herr der Lande Lauenburg und Bütow“ führten.

(Mitte) Fürstentum Rügen

Geteilt von Gold über Blau; oben ein rot gekrönter und bewehrter Schwarzer Löwe mit Doppelschweif, der aus dem im unteren Felde befindlichen, aus fünf roten Steinen gebildeten Stufengiebel hervorwächst.
Der Löwe war möglicherweise ein Zugeständnis an die dänischen Könige, die seit 1168 Lehnsherren des Fürstentums waren. Ältere Siegel von rügischen Fürsten und Nebenlinien des Fürstenhauses führten einen Greif im Wappen.

(Mitte links) Herzogtum Wenden (oder Slawien)

In Silber ein links gewandter aufrecht schreitender rot-grün gestreifter Greif.
Mit dem Herzogtum Slawien wurde möglicherweise ursprünglich das Herzogtum Kassuben symbolisiert. Das sogenannte Herzogtum Wenden befand sich wahrscheinlich im Raum zwischen Tollense und Peene. Dieses Gebiet, in dem die im 12. Jahrhundert von den Pomoranen unterworfenen Liutizen siedelten, wird mitunter auch als Herzogtum oder Herrschaft Groswin bezeichnet.

(Mitte rechts) Herrschaft Usedom

In Rot ein rechts gewandter aufrechter silberner Fischgreif.
Der aus dem östlichen Pommern stammende Fischgreif wurde Ende des 15. Jahrhundert das Symbol der sogenannten „Herrschaft Usedom“, die nicht in den Titeln der pommerschen Herzöge zu finden war.

(unten Mitte) Grafschaft Gützkow

In Gold zwei schräggekreuzte Stäbe, bewinkelt von vier roten Rosen mit goldenem Butzen und grünen Kelchblättern.
Der Edelvogt Jaczo von Salzwedel, der die Grafschaft Gützkow begründete, brachte sein Wappen aus dem Altmärkischen Raum mit.

(unten links) Herrschaft Barth

In Gold ein links gewandter aufrecht schreitender schwarzer Greif mit zwei silbernen Federn.
Die Herrschaft Barth war ursprünglich als festländischer Bereich ein Teil des Fürstentums Rügen. Da das Gebiet später zum Herzogtum Pommern-Wolgast gehörte, wurde ihm der schwarze Greif des älteren Teilherzogtums übertragen. Zur Unterscheidung vom Herzogtum Kassuben erhielt er mehrere weiße Federn.

(unten rechts) Herzogtum Wolgast

Zweigeteilt, in Rot ein wachsender silberner Greif über Gold und Blau geschachtetem Feld.
Dieses Wappen bezog sich ursprünglich auf das Land Bernstein, das 1479 endgültig an Brandenburg abgetreten wurde. Obwohl diesem Wappen damit keinem Besitz entsprach, verzichteten die Greifenherzöge nicht auf seinen Gebrauch. Wahrscheinlich wurde es Ende des 15. Jahrhunderts willkürlich auf die Residenz Wolgast bezogen. Nach der Landesteilung von 1532 wurde es das Wappen des Herzogtums Pommern-Wolgast.

(unten) Blutfahne

Symbol des Rechts der Blutgerichtsbarkeit der Greifenherzöge.