Auf dem Weg - Gerechtigkeit und Welthandel

29. März 2020 - Sonntag „Judika”

Recht und Gerechtigkeit - das ist das Thema des kommenden Sonntag Judika. 
Der Ruf nach Gerechtigkeit auch in diesem Bereich unseres Lebens wird lauter.
Die Nordkirche lädt am kommenden Sonntag Judika 2020 zu einem gottesdienstlichen Impuls ein!

Aus aktuellem Anlass wird dieser Gottesdienst ins Netz gestellt!

Hier der Link zum Video-Kanal:

https://www.youtube.com/channel/UC-b7btVeIrjzd75JNAIN8DA

 

Ökumenischer Kreuzweg

Seit vielen Jahren findet am Sonntag Judika unter Führung von Pfarrer Illmann in Wolgast der Ökumenische Kreuzweg statt. In diesem Jahr gibts dazu nun erschwerte Bedingungen. Dennoch muss der Kreuzweg nicht ausfallen - wie auch die Passionszeit nicht ausfällt - und das Gebet ist vielleicht wichtiger denn je.

So sind Sie herzlich eingeladen, um 14 Uhr vor der St. Petri Kirche von Pfr. Illmann einen Gebetszettel und eine Wegbeschreibung zu bekommen, um dann den Kreuzweg alleine oder in Familie zu gehen und ihre Gebete an den jeweiligen Stationen vor Gott zu bringen.

 

Queres aus Quarantäne
10 Gebote für die Corona-Zeit

von Thorsten Latzel, Direktor Ev. Akademie Frankfurt

Das Wort „Quarantäne“ geht ursprünglich auf das lateinische Zahlwort quadraginta, „vierzig“, zurück. Es bezeichnete früher die vierzigtägige Isolation, die man im Mittelalter ab dem 14. Jahrhundert zum Schutz vor Pest und Seuchen über Reisende oder Schiffe verhängte - in Aufnahme alter biblischer Reinheitsvorschriften (3. Mose 12,1-8). Noch in den 1960er Jahren wurden in Deutschland bei Pockenausbrüchen infizierte Menschen zum Teil ohne medizinische Versorgung in Schullandheimen isoliert.

Während der Covid-19-Pandemie erleben wir gerade eine umfassende gesellschaftliche Quarantäne - mitten in der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern. Ich glaube, dass es gut ist, wenn wir diese Zeit nicht depressiv als „Seuchen-Opfer“ erleiden, sondern aktiv und kreativ mit ihr umgehen. Und dass es gut ist, wenn die Pandemie das Beste von dem herausholt, was in uns steckt - so dass wir uns im Nachhinein vielleicht einmal über das „Gute im Schlechten“ wundern werden. Dafür kann die Fastenzeit als Zeit des Umdenkens und der Besinnung hilfreich sein.

Ein anderes Wort für Quarantäne im 19. Jahrhundert war Kontumaz, von lateinisch contumacia: „Trotz“, „Unbeugsamkeit“. Die Corona-Auszeit sollte so eine Zeit sein, in der wir Haltung zeigen. Fromm formuliert eine gute Mischung aus Nächstenliebe, Gottvertrauen und innerem Rückgrat.

Auf Martin Luther geht der schöne Gedanke zurück, dass ein glaubender Mensch jeden Tag „neue Dekaloge“ entwerfen könne. Deshalb hier ein Versuch:

10 Gebote für die Corona-Zeit

  1. Du sollst Deine Mitmenschen lieben, komm ihnen aber gerade deswegen nicht zu nahe.
    Übe Dich in „liebevoller Distanz“. Auf Deine Gesundheit und die Deiner Mitmenschen zu achten, ist immer wichtig. Jetzt kann es lebenswichtig werden.
  2. Du sollst nicht horten - weder Klopapier noch Nudeln und schon gar keine Desinfektionsmittel oder gar Schutzkleidung. Die werden in Kliniken gebraucht, nicht im Gäste-Klo zu Hause.
  3. Die Pandemie sollte das Beste aus dem machen, was in Dir steckt. Keinen Corona-Wolf und kein Covid-Monster, sondern einen engagierten, solidarischen Mitmenschen.
  4. Du solltest ruhig auf manches verzichten. Quarantäne-Zeiten sind Fasten-Zeiten.
    Dafür gewinnst Du andere Freiheit hinzu. Das passt sehr gut in die Zeit vor Ostern.
  5. Du sollst keine Panik verbreiten. Panik ist nie ein guter Ratgeber, zu keiner Zeit, gesunder Menschenverstand und Humor dagegen schon.
    Deshalb hör auf Fachleute, beruhige andere und schmunzele über Dich selbst.
    Da macht man erstmal nichts falsch und es trägt sehr zur seelischen Gesundheit bei.
  6. Du solltest von „den Alten“ lernen. In früheren Zeiten von Seuchen und Pestilenz, als es noch keine so gute Medizin wie heute gab, half Menschen vor allem ein gesundes Gottvertrauen und die tätige Fürsorge für einander. Das ist auch heute sicher hilfreich.
  7. Du solltest vor allem die Menschen trösten und stärken, die krank werden, leiden oder sterben.
    Und auch die, die um sie trauern. Sei der Mensch für andere, den Du selbst gern um Dich hättest.
  8. Du solltest anderen beistehen, die deine Hilfe brauchen - Einsamen, Ängstlichen, Angeschlagenen. Oder Menschen, die jetzt beruflich unter Druck geraten.
    Das hilft nicht nur ihnen, sondern macht Dich auch selber frei.
  9. Du solltest frei, kreativ und aktiv mit der Pandemie umgehen. Dazu sind wir von Gott berufen.
    Du wirst am Ende vielleicht überrascht sein, was sie Positives aus Dir und anderen herausholt.
  10. Du solltest keine Angst vor Stille und Ruhe haben. Wenn die Quarantäne zu mehr Zeit zum Umdenken, zum Lesen und für die Familie führt, wäre das ein guter „sekundärer Krankheitsgewinn“.

 

 

 

Corona-Hilfe:

Wenn Sie älteren oder gefährdeten Menschen durch das Abnehmen einiger Tätigkeiten helfen wollen - natürlich unter Einhaltung der medizinischen und gesetzlichen Bestimmungen - melden Sie sich bitte im Gemeindebüro oder Pfarramt. Wir nehmen Sie in eine Liste auf und würden uns bei Hilfeersuchen bei Ihnen melden.

Ebenso mögen sich bitte auch die Menschen an uns wenden, die z.Z. auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Wir werden versuchen, diese Hilfe zu organisieren.